Von Erinnerungen, Abschieden und neuen Perspektiven

Betrachtet man das wundervolle Herbstwetter der letzten Wochen hätten wir die Freiluftsaison ja durchaus noch ein paar Wochen verlängern können, aber in den letzten Tagen ist es dann ja doch frostig geworden – also Zeit sich in die Halle zurückzuziehen. Es gibt wenige Hallenturniere die aus rein fotografischer Sicht Spaß machen. Das liegt schon allein daran, dass wir für unsere Arbeit Licht benötigen (und zwar möglichst natürliches Sonnenlicht). Das ist allerdings in den Reithallen dieser Welt eine absolute Mangelware (übrigens selbst in den für das normale Auge so toll ausgeleuchteten Eventhallen). Ja richtig, ich bin kein großer Fan von Hallenturnieren, aber es gibt Ausnahmen – Stuttgart, München und Frankfurt heißen diese Ausnahmen.

PerspektiveStuttgart – eine von zwei Weltcup-Stationen in Deutschland, Finale des Piaff-Förderpreises, ein hervorragendes Starterfeld und die für Ihre Stimmung so bekannte Schleyerhalle. Einziges Manko – die Halle ist ein schwarzes Loch und ein kameratechnischer Albtraum. In Anbetracht des hervorragenden Starterfeldes zieht es mich dennoch immer wieder nach Stuttgart. Vielleicht auch, weil es mich immer wieder daran erinnert, wie ich als Kind die großen Stars in der Arena bewundert habe.

Apropos Erinnerungen – die Verabschiedung von D’Agostino. Ein Pferd, das ich bereits 2010 bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Kronberg fotografiert habe (man beachte die unterirdische Bildqualität) – lang ist’s her! Dieses Pferd und seine Reiterin seitdem auf ihrem Weg zu sehen hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Und es führt mir auch vor Augen, wie lange ich schon dabei bin. D’Agostino ist gewissermaßen eines der ersten Pferde das ich von jungen Jahren bis zur Verabschiedung begleitet habe – verrückt!

P1380402Das uns um die Zukunft dennoch nicht bange sein muss, haben nicht nur die deutschen Paare in den beiden Grand Prix Touren bewiesen, sondern vor allem auch die Teilnehmer des Piaff-Förderpreises. Ein weltweit einmaliges Konzept, das die jungen Reiter an den großen Sport heranführt und Ihnen eine neue Perspektive bietet. Eine neue Perspektive habe ich am Sonntag auch für die Weltcup-Kür gewählt. Stuttgart ist eines der wenigen Turniere bei denen man die Perspektive der Richter einnehmen kann und bei C fotografieren kann. Herausgekommen sind Bilder aus einer ganz anderen Perspektive auf das Geschehen.

Das nächste Highlight steht schon kommendes Wochenende auf dem Plan – die Munich Indoors. Das Turnier zu dem ich quasi zu Fuß gehen kann.