Deutsche Meisterschaften light!

Es gibt Turnierplätze die sind so abgelegen, dass man sie ohne Navi niemals finden würde. Schloss Wocklum in Balve gehört dazu. Selbst mit Navi war die Anfahrt nach Balve durchaus abenteuerlich – war mein Navi doch der felsenfesten Überzeugung, dass mitten durch diesen Wald eine Straße auf direktem Wege zum Schloss führen muss. Nachdem bereits mein frühmorgendlicher Flug gecancelt wurde und ich ohnehin schon 2 Stunden zu spät dran war, brauchte dann auch mein Navi etwas länger um den richtigen Weg zu finden. Schade vor allem deshalb, weil ich vom Grand Prix am Freitag nur noch die Siegerehrung mitbekam.

Balve ist nicht nur bekannt für die Deutschen Meisterschaften, sondern auch für Wetterkapriolen. Balve ohne Regen ist fast so wie Aachen ohne Regen und daher gab es auch in diesem Jahr immer wieder eine kalte Dusche von oben. Ein Glück, dass das Dressurviereck in Balve von Zelten umringt ist. Die sind zwar nicht besonders hübsch aber nützlich. Dazwischen hatten Pferd und Reiter in diesem Jahr vor allem mit schwülwarmen Temperaturen zu kämpfen, was dem ein oder anderen nach drei Tagen dann auch anzusehen war.

Die deutschen Meisterschaften hatten in diesem Jahr unter den Ausfällen diverser Spitzenpaare zu leiden. Sehr schade, denn eigentlich ist Balve immer eine gute Gelegenheit alle Paare im direkten Vergleich zu sehen. So blieben im Grand Prix Special am Samstag nur noch magere 11 Paare übrig.  Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Deutschlands „B-Team“ in jedem normalen Land ein „A-Team“ wäre. Abwarten also wer in Aachen wieder fit sein wird. Die Nominierung für die Weltmeisterschaft bleibt spannend, vor allem was die Pferde angeht.

Passend zu meinem Hinflug wurde am Sonntagabend dann auch mein Rückflug gecancelt. Gott sei Dank war ich so früh am Flughafen, dass man mich gerade noch auf einen früheren Flug umbuchen konnte. Nun freue ich mich auf ein paar Tage in München und darauf länger als eine Nacht in meinem eigenen Bett schlafen zu können. Am kommenden Wochenende steht für mich eine große berufliche Veranstaltung an, die mich leider wie jedes Jahr davon abhält zu den Future Champions nach Hagen zu fahren. Ich werde die Ergebnisse aber natürlich verfolgen – ich bin gespannt wen ich in wenigen Wochen in Fontainebleau in Frankreich wiedersehe.