Creating Memories – Merci, Fontainebleau!

Sonne satt, unvergessliche Erlebnisse und auch ein paar Fragezeichen im Kopf – das war Fontainebleau 2018.

Puhhh, ich bin immer noch etwas geflasht von dieser tollen Woche in Frankreich. Los ging meine Reise mit einem verspäteten Flug, Verkehrschaos auf dem Weg nach Fontainebleau und einer fast verpassten Eröffnungsfeier. In letzter Minute habe ich es dann doch noch geschafft und war froh endlich da zu sein. Ein erster Streifzug über das riesige Gelände offenbarte schöne Reitplätze, weite Wege und vor allem fehlendes Handynetz.

Meine Unterkunft erwies sich als zuckersüßes Dachgeschossapartment mit einer sehr netten Vermieterin. Englisch sprach die Dame zwar nur gebrochen, aber kommunizieren kann man ja auch mit Armen und Beinen. Die englische Sprache scheint eine Grundproblematik der Franzosen zu sein. Man fragt sich, wie diese Menschen außerhalb Ihres Landes zurechtkommen. Das Team vor Ort war dennoch stets hilfsbereit, auch wenn sie nicht immer wirklich verstanden haben was die vielen Journalisten eigentlich wollten. Das größte Problem war das schon an Tag zwei wegen Überlastung nicht mehr funktionierende W-LAN. In meiner Verzweiflung bin ich zwischenzeitlich sogar mit dem Auto 5km vom Turniergelände weggefahren um ein funktionierendes Netz zum Laden von Bildern zu bekommen. Die Stimmung unter den Journalisten konnte das nur bedingt trüben – irgendwie kommt man dann ja doch immer zurecht. So haben wir es auch geschafft mit viel zu vielen Menschen in der viel zu kleinen Pressestelle ohne Lüftungsmöglichkeit zu überleben.     

Die Stimmung unter den Teilnehmern war mit drei parallel stattfindenden Disziplinen wirklich besonders. Irgendwo war immer etwas los und so ließen sich die Dressurreiter auch mal bei den Springreitern blicken und am Geländetag waren sowieso alle unterwegs. Das gute Wetter und die deutschen Erfolge taten ihr Übriges.

Sportlich gab es zumindest in der Dressur aber auch ein paar Fragezeichen. Abgesehen von den Topnationen Deutschland, Niederlande, Schweden und Dänemark gab es wenig Sehenswertes zu erkennen. Das Niveau kam mir in den vergangenen Jahren doch etwas höher vor. Zudem ließen schwer nachvollziehbare und sehr weit auseinanderreichende Richterurteile so manchen Zweifel an einem fairen Wettbewerb aufkommen. Ein Unterschied von 5% in den Richterurteilen einer klassischen Dressuraufgabe – das darf nicht sein und wirft Fragen auf! Vor allem die Frage was die Richter eigentlich sehen möchten. Darüber schienen Sie nicht besonders einig zu sein. Insofern zog ich es teilweise vor das Training zu beobachten. Immer wieder spannend und ebenfalls gut für ein paar schöne Bilder.   

Nach einer Woche voller neuer Eindrücke, tausender Fotos und auch ein paar Fragezeichen ob die Dressur auf dem rechten Weg ist, habe ich mich wieder auf den Heimweg gemacht. Man wird sehen wie die FEI die Zusammenlegung der Europameisterschaften aller Disziplinen bewertet. Tolle Stimmung ist auf jeden Fall garantiert und in Deutschland gäbe es doch ein paar geeignete Austragungsorte für eine solche Veranstaltung.

Ich verabschiede mich heute in einen 10-tägigen Urlaub und melde mich Anfang August von den Weltmeisterschaften der Jungen Dressurpferde in Ermelo zurück! Ich gespannt auf welchen Weg sich die Dressurpferdezucht begibt.